P wie "Pareto-Prinzip"

„Die verschiedenen Kombinationen von Mittelmaß, Fehlern und Perfektionismus machen uns zu dem, was wir sind.“
(Sara Fanzutti)

Das Pareto-Prinzip, auch der Pareto-Effekt oder die 80-zu-20-Regel besagt, dass:
 80 % der Ergebnisse in 20 % der Gesamtzeit eines Projekts erreicht werden.
 Die verbleibenden 20 % zum Erreichen eines 100% Ergebnisses benötigen 80 % der Gesamtzeit und verursacht die meiste Arbeit.
Energieersparnis gelingt demnach, wenn wir uns mit etwas weniger als perfekt zufriedengeben.

Um 100 % Leistung zu erbringen braucht es natürlich 100 % Leistung. Diese gibt es aber nur mit 100% Aufwand oder oft gefühlt sogar mehr.

Erstaunlicherweise reichen aber 20 % unserer Leistungsfähigkeit, um eben diese 80 % des Ergebnisses zu erreichen und somit eine Aufgabe gut zu erledigen. Die letzten 20 % fehlenden Prozent benötigen die restlichen 80 % unserer Leistungsfähigkeit.
 In 20 % Ihrer Zeit erledigen Sie 80 % Ihrer Aufgaben
 Mit 20 % Ihrer Kraft erledigen Sie 80 % Ihrer Arbeit

Für ein 80 %iges Ergebnis  „GUT“ benötigen Sie lediglich 20 % Aufwand bzw. Energie.

Wie häufig kommt es aber vor, dass wir mit viel zu viel Energie und Aufwand etwas erreichen möchten. In der Vergangenheit ging es mir häufig besonders so, wenn es um Hilfen für Schulveranstaltungen meiner Kinder ging. Vielleicht kennen Sie das auch! Wenn Eltern angerufen werden, dass für das Sommerfest der Schule noch ein Kuchen benötigt wird oder ein Standdienst absolviert werden soll.

Noch bevor andere Eltern sich überlegen, am Kuchenstand zu helfen oder einen Kuchen anzubieten, war ich meist schon auf der Liste der Freiwilligen. Kam dann keine Ablösung, so habe ich mich früher dabei ertappt, sogar noch einen weiteren Dienst zu übernehmen. Meine 150 % sollten die ganze Veranstaltung „retten“. Aber zu welchem Preis?

Meist kamen meine Kinder dann zu kurz, weil ich keine Zeit hatte, das Fest mit ihnen zu genießen und ich fühlte mich häufig abends wie erschlagen. Mehr leisten wollen, als eine gute Balance es zulässt, braucht übermäßig viel Kraft.

Um am Beispiel Schule zu bleiben, für 80 % Leistung gibt es schon die Notengebung GUT. Es ist gut, wenn wir uns erlauben, einfach nur gut zu sein!

Wenn wir mehr als 100 % erbringen wollen und dann eventuell auch noch in mehr als einem Feld, kostet das sehr viel Kraft und kann nachhaltig unsere Reserven ausschöpfen.

Selbstverständlich kann diese 80-zu-20-Regel nicht pauschal für jede Tätigkeit angewendet werden. Sicherlich möchte niemand bei einem akuten medizinischen Problem nur ein Fünftel der ärztlichen Tätigkeit also die 20% Leistung für ein 80 %iges Ergebnis haben. Wenn sie aktuell mit Husten zum Arzt gehen sollte 100% Diagnostik erfolgen, um festzustellen, welcher Keim Sie erwischt hat. In vielen Fällen reicht es aber selbst in der Medizin, wenn zunächst darauf vertraut wird, dass durch die Behandlung von Symptomen die Probleme zum großen Teil gelöst werden (wie bei einem einfachen Schnupfen). Erst danach werden weitere Punkte der medizinischen Versorgung betrachtet. So gilt auch hier, wenn es nicht ein Notfall ist das Paretoprinzip. Erst werden die wichtigen Fragen gelöst, danach die zweitwichtigsten und so weiter – Prioritäten werden gesetzt.

Mit dieser eingesparten Energie können Sie Pausen machen, um die Dinge zu tun, die Ihnen vielleicht noch mehr am Herzen liegen und vielleicht sogar Ihren Mitmenschen zu Gute kommen.

Pausen machen, um die nächste Aufgabe anzugehen, die mit 20 % gut erledigen werden kann, denn, „Wenn das Leben erfüllt sein soll, sind Leerstellen nötig“.

Eine weitere schöne Idee für ein P, das zur Gelassenheit beiträgt, habe ich in einem Buch gefunden. Es wurde das Popeye-Prinzip genannt. Vielleicht erinnern Sie sich an Popeye, der starke Pirat aus dem gleichnamigen Comic, der Spinat liebt.

Das Popeye-Prinzip oder „das Prinzip der geübten Selbstzufriedenheit“ macht uns Popeye vor, wenn er nach einem Gezeter zu seiner Freundin Olivia sagt:
„Ich bin, was ich bin und das ist alles, was ich bin“

Ein Übungsvorschlag für die kommenden Wochen:
Genießen Sie den Rest des Spätsommers/Frühherbstes, indem Sie herausfinden, wann es ausreicht, einfach „gut“ zu sein! Beobachten Sie, in welchen Ihrer täglichen Aufgaben 80 %, als „gut sein“ ausreichen. Sicher nicht bei wichtigen Vorgängen, sowohl im Beruf als auch im Privatleben. Eventuell aber in den kleineren alltäglichen Lebensbereichen. Perfektionismus kann unglaublich kräftezehrend sein.

Wo immer Sie dieses Streben nach Perfektion ablegen können ...... gratuliere ..... Energie gespart!! Nehmen Sie sich vor, mindestens eine Aufgabe des Tages mit 20 % zu erledigen.

Und: wenn möglich, nutzen Sie jede Woche zumindest einmal Popeyes Bekenntnis zu sich selbst. Sie sind gut so wie Sie sind.

Herzlichst
Ihre Pia Kruse




 

Pia Kruse Beratung-Coaching-Therapie

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