Wo Bier einst floss – Friedhof Bockenheim

Wo Bier einst floss – Friedhof Bockenheim

Ein stiller Ort – und doch voller Geschichten: Der Neue Friedhof Bockenheim ist mehr als eine letzte Ruhestätte. Er ist ein lebendiges Denkmal der Stadtgeschichte, verwoben mit dem Wandel Frankfurts und dem Herzschlag Bockenheims. Wo einst das Sudhaus einer Brauerei stand, erhebt sich heute die schlichte Trauerhalle – ein Umbau mit Symbolkraft. Das Nebengebäude mit Mansarddach und die Halle mit dem kleinen Kreuz auf dem Giebel erzählen noch leise von ihrer industriellen Herkunft.

Angelegt wurde der Friedhof ab 1878 durch den renommierten Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer. Seine Gestaltung aus weiten Wegen, altem Baumbestand und Blickachsen macht ihn bis heute zu einer grünen Oase der Ruhe im lebendigen Bockenheim.

Mehr als 5.000 Grabstätten auf sechs Hektar erinnern an bekannte Namen: Max Braun (siehe Tour 1.2, Magic Mystery in „Sehenswertes Bockenheim“ von Ruth Krämer-Klink und Otto Ziegelmeier), Pionier der Elektrogeräte; Walter Leiske, Frankfurter Bürgermeister der Nachkriegszeit; und viele lokale Größen, Theologen wie Lothar Zenetti und Katharina Staritz, die erste Pfarrerin in Frankfurt und in der EKHN, Schriftsteller, Widerstandskämpfer – und der letzte Bürgermeister der Stadt Bockenheim vor ihrer Eingemeindung 1895.

Die ehemalige Brauerei wurde nicht abgerissen, sondern zum Zentrum der Trauer umgebaut – eine seltene Verbindung von Industriearchitektur und Gedenkkultur. So kann man sich hier neben einer alten Brauerei bestatten lassen, in einer Erde, die vielleicht noch etwas von dem ehemaligen Gebräu ausströmt.

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